Thema: Missbrauch
Wie schütze ich mein Kind vor sexueller Gewalt?
Schätzungen zufolge ist davon auszugehen, dass in Deutschland jedes 4. bis 5. Mädchen und jeder 9. bis 10. Junge von sexueller Gewalt betroffen ist. Was können Eltern tun, um ihr Kind vor sexueller Gewalt zu schützen?
- Was ist sexueller Missbrauch?
- Sexuelle Gewalt im sozialen Nahraum
- Neue Wege gehen
- Lösungsvorschläge
- Adressen, die weiterhelfen:
1. Was ist sexueller Missbrauch?
Sexueller Missbrauch ist Gewalt gegen Kinder. Es handelt sich um eine bewusst geplante, oft sorgfältig vorbereitete Tat. Fast immer ist es eine Wiederholungstat. Unter sexuellem Missbrauch versteht man jede sexuelle Handlung, die ein erwachsener Mensch oder ein älterer Jugendlicher an und/oder mit einem Mädchen oder Jungen vornimmt. Dies können Handlungen sein, die der Täter/die Täterin bei dem Kind ausführt oder vom Kind an sich vornehmen lässt oder im Beisein des Kindes an sich selbst ausführt. Sexuelle Gewalt bedeutet, dass ein Erwachsener oder Jugendlicher seine Überlegenheit, seine Machtposition und die Abhängigkeit des Kindes zur Befriedigung seiner eigenen sexuellen und/oder aggressiven Bedürfnisse ausnutzt. Die Anwendungen von körperlicher Gewalt oder Zwang ist nicht notwendige Vorraussetzung, um von sexueller Gewalt zu sprechen. Ein Kind gibt zu sexuellen Handlungen nie sein Einverständnis. Die Verantwortung liegt immer beim Täter. Zum sexuellen Missbrauch gehört es typischerweise, dass der Erwachsene oder Jugendliche das Kind zur Geheimhaltung des Übergriffs verpflichtet. Das Kind wird durch Bedrohung oder Bestechung gezwungen, zu schweigen. Damit wird das sexuell misshandelte Kind einmal mehr sprachlos, wehrlos und hilflos gemacht. Sexueller Missbrauch ist eine Straftat, die mit Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren geahndet wird.

